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Elektroplanung

Camper-Elektrik berechnen

Ob Kühlbox, Standheizung oder Wechselrichter: Jede 12-V-Leitung wird über Spannungsfall und Strombelastbarkeit dimensioniert und direkt an der Batterie abgesichert. Der Rechner liefert die Normgröße für deine Leitung, der Planer zeichnet daraus die vollständige 12-V- und 230-V-Anlage mit Stückliste.

  • Leitungsquerschnitt nach Spannungsfall und Strombelastbarkeit berechnen
  • Schaltplan für 12-V- und 230-V-Kreise zeichnen und automatisch verdrahten
  • Leitungen automatisch absichern und gegen Überlast prüfen
  • Stückliste mit Kabelquerschnitten, Sicherungen und Längen erzeugen
  • Batterie- und Verbraucherbilanz für autarke Standzeiten abschätzen

Kabelquerschnitt und Absicherung berechnen

Der Rechner dimensioniert eine 12-V-Leitung nach Spannungsfall und Strombelastbarkeit und nennt die Sicherung, die am Batteriepol sitzt. Das Ergebnis ist immer eine Normgröße aus der Reihe 1,5 bis 70 mm².

Nennstrom des Verbrauchers oder Summe der Ströme eines Strangs.

Weg von der Batterie bis zum Verbraucher. Hin- und Rückleitung stecken bereits im Faktor 2 der Formel.

Strom und Länge eintragen — der Rechner nennt Querschnitt, Spannungsfall und Sicherung.

Gerechnet wird mit 3 % zulässigem Spannungsfall, κ = 58 m/(Ω·mm²) für Kupfer und einem Derating von 0,7 auf die Tabellenwerte der DIN VDE 0298-4. Herleitung und Grenzwerte stehen im Abschnitt physikalische Grundlagen.

Physikalische Grundlagen

Leitungsquerschnitt über den Spannungsfall

Jede Leitung hat einen Widerstand. Bei Hin- und Rückleitung fällt über beiden Leitern Spannung ab — das ist der Spannungsfall ΔU. Der Widerstand sinkt mit größerem Querschnitt, deshalb ergibt sich der kleinste zulässige Querschnitt, indem die Formel nach A aufgelöst wird:

A = (2 · L · I) / (κ · ΔU)

Kleinster Leitungsquerschnitt, damit bei Strom I über die Länge L höchstens ΔU abfällt.
A
Leitungsquerschnitt in mm²
L
einfache Leitungslänge in Metern (der Faktor 2 steht für Hin- und Rückleitung)
I
Betriebsstrom in Ampere
κ
Leitfähigkeit des Leiters, für Kupfer 58 m/(Ω·mm²) bei 20 °C
ΔU
zulässiger Spannungsfall in Volt

Für das 12-V-Bordnetz rechnet der Planer mit 3 % von 12 V, also 0,36 V. Für empfindliche Verbraucher — Kompressor-Kühlschrank, Funkgerät, Laderegler — ist die 2-%-Grenze die bessere Zielmarke; sie liegt bei 0,24 V und wird in Tabellenwerken häufig auf 0,25 V gerundet. Der Unterschied ist erheblich: 10 A über 5 m ergeben mit 3 % einen Querschnitt von 4,79 mm² (gewählt: 6 mm²), mit 2 % von 7,19 mm² (gewählt: 10 mm²).

Zur Leitfähigkeit gibt es zwei gebräuchliche Zahlen: κ = 58 m/(Ω·mm²), der Kehrwert des spezifischen Widerstands ρ = 0,0175 Ω·mm²/m, und κ = 56 m/(Ω·mm²) in älteren Tabellen. Beide beschreiben dasselbe Kupfer bei 20 °C; mit 56 statt 58 wächst der gerechnete Querschnitt um rund 3,6 %. Der Planer rechnet mit 58 m/(Ω·mm²) und damit auf der knapperen Seite — wer auf Nummer sicher gehen will, wählt die nächstgrößere Normstufe.

Strombelastbarkeit der Normquerschnitte

Der Spannungsfall bestimmt nur, wie viel Spannung am Verbraucher ankommt. Zusätzlich muss der Leiter den Strom thermisch tragen. Die Tabelle nennt die Werte des Modells für Kupfer, Verlegeart B2, 30 °C und zwei belastete Adern — ohne Häufung mehrerer Leitungen.

Strombelastbarkeit, Design-Belastbarkeit und größte Normsicherung je Querschnitt
QuerschnittBelastbarkeit (Tabelle)Design-Belastbarkeit (0,7 ×)Größte Sicherung
1,5 mm²16.5 A11,5 A10 A
2,5 mm²23 A16,1 A16 A
4,0 mm²30 A21,0 A20 A
6,0 mm²38 A26,6 A25 A
10,0 mm²52 A36,4 A32 A
16,0 mm²69 A48,3 A40 A
25,0 mm²90 A63,0 A63 A
35,0 mm²111 A77,7 A63 A
50,0 mm²136 A95,2 A80 A
70,0 mm²172 A120,4 A100 A

Die Design-Belastbarkeit ist der Tabellenwert mit dem Derating 0,7; sie deckt Umgebungstemperaturen über 30 °C und Bündelung pauschal ab. Die letzte Spalte ist die größte Sicherung, die den Leiter nach diesem Modell noch schützt — nicht die Sicherung, die zu einem Verbraucher passt.

Nutzbare Batteriekapazität

Die Nennkapazität einer Batterie ist nicht die Kapazität, die du entnehmen kannst. Nutzbar ist nur der Anteil bis zur zulässigen Entladetiefe (Depth of Discharge, DoD):

C_nutz = C_nenn · DoD

Nutzbare Kapazität als Produkt aus Nennkapazität und Entladetiefe.
LiFePO4
90 %
AGM
50 %
Gel
50 %
Nassblei
30 %

Beispiel: Eine 100-Ah-LiFePO4-Batterie liefert 90 Ah, eine 100-Ah-AGM-Batterie dagegen nur 50 Ah. Bei hohen Entladeströmen kommt der Peukert-Effekt hinzu — die entnehmbare Kapazität sinkt weiter, weil der Innenwiderstand mit dem Strom steigt. Der Planer rechnet ihn für die Batteriebilanz mit.

Absicherung und Normen

Die Sicherung sitzt am Batteriepol — und schützt die Leitung

Ein Kurzschluss in einer ungeschützten Leitung wird zur Heizung: Der Strom einer 100-Ah-LiFePO4 ist hoch genug, um eine 2,5-mm²-Leitung in Sekunden in Brand zu setzen. Deshalb sitzt das Schutzorgan unmittelbar am Pluspol der Batterie, bevor die erste Leitung ungeschützt geführt wird. Der Planer prüft dafür 20 cm ab der Quelle — der Wert aus ISO 10133:2000 § 8.1, der für kleine Boote und damit für einen großen Teil der Camper-Praxis gilt. DIN VDE 0100-721 verlangt den Überstromschutz ebenfalls nahe der Batterie, nennt aber keine Länge.

Bemessen wird die Sicherung nicht nach dem Gerät, sondern nach dem Kabel. Maßgeblich ist die Kette IB ≤ In ≤ Iz: Der Betriebsstrom IB darf die Nennstromstärke der Sicherung In nicht überschreiten, und die Sicherung darf die Belastbarkeit des Leiters Iz nicht überschreiten. Ein zu dünnes Kabel ist daher kein „Puffer", sondern bestimmt die Obergrenze der Sicherung — dickere Leitung ist der günstigere Weg zu einer größeren Sicherung als eine Sicherung, die im Kurzschlussfall nicht mehr schützt.

Die 230-V-Seite des Fahrzeugs ist ein eigener Fall: Für Landstromanschlüsse gilt die Prüfung nach DIN VDE 0100-721 durch eine Elektrofachkraft. Der Planer hilft beim Aufbau, er ersetzt keine Abnahme.

Normen, auf die sich das Modell bezieht

DIN VDE 0298-4
Strombelastbarkeit von Leitungen (Verlegeart B2, 30 °C, 2 belastete Adern)
DIN VDE 0100-430
Schutz bei Überstrom: Koordination von Betriebsstrom, Sicherung und Leitungsbelastbarkeit
DIN VDE 0100-520
Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel, Spannungsfall
DIN VDE 0100-721
Kleinspannungsanlagen in Caravans und Motorcaravans — 12 V und 230 V im Fahrzeug
ISO 10133 / ABYC E-11
Schutzorgan am Quellpunkt bei Kleinspannungs-Gleichstromanlagen

Die Tabellen des Planers folgen DIN VDE 0298-4, Verlegeart B2. Leitungen im Fahrzeug werden überwiegend nach ISO 6722 (FLRY) ausgeführt — dieser Nachweis wird hier nicht getrennt geführt; die Werte der verwendeten Spalte liegen damit auf der konservativen Seite. Normaussagen dieses Abschnitts sind Referenzen auf den Geltungsbereich der genannten Regelwerke, keine Rechtsprüfung.

Auslegung und Grundlagen vertiefen

Der Planer rechnet die Anlage als Ganzes. Wenn du einen einzelnen Zusammenhang nachschlagen möchtest, findest du hier die Herleitung und Grenzen des jeweiligen Modells.

Schaltplan zeichnen und automatisch verdrahten

Der Planer nimmt dir die Rechnung auf der ganzen Anlage ab: Bauteile setzen, verbinden lassen — Querschnitt, Sicherung und Längen landen gleichzeitig in der Stückliste. Der Plan liegt lokal im Browser, du kannst ihn also unterbrechen und später weiterführen.

Camper-Elektroplaner

Die Zeichenfläche öffnet als eigene Seite im ganzen Browserfenster: Bauteilkatalog links, Schaltplan in der Mitte, Eigenschaften rechts — ohne Textspalte drumherum.

Häufige Fragen zur Wohnmobil-Elektrik

Wie hoch darf der Spannungsabfall in einem 12-V-Kreis sein?

Der Rechner dimensioniert mit 3 % der Nennspannung, bei 12 V also mit 0,36 V. Für empfindliche Verbraucher wie Kompressor-Kühlschränke, Funkgeräte oder Laderegler sind 2 % (0,24 V, in Tabellen häufig auf 0,25 V gerundet) die bessere Zielmarke: Bei 10 A über 5 m Leitung ergibt die 3-%-Grenze 6 mm², die 2-%-Grenze bereits 10 mm². Beide Prozentwerte sind Planungsannahmen — DIN VDE 0298-4 nennt Strombelastbarkeiten, keine Spannungsfall-Grenzwerte.

Wie berechnet man den Kabelquerschnitt für Kupferleitungen?

Mit A = (2 · L · I) / (κ · ΔU): A ist der Querschnitt in mm², L die einfache Leitungslänge in Metern, der Faktor 2 steht für Hin- und Rückleitung, I der Betriebsstrom in Ampere, ΔU der zulässige Spannungsfall in Volt und κ die Leitfähigkeit des Leiters. Für Kupfer rechnet der Planer mit κ = 58 m/(Ω·mm²) bei 20 °C; ältere Tabellenwerke verwenden 56 m/(Ω·mm²), was den rechnerischen Querschnitt um knapp 4 % erhöht. Das Ergebnis wird immer auf die nächste Normgröße aufgerundet: 1,5 · 2,5 · 4 · 6 · 10 · 16 · 25 · 35 · 50 · 70 mm².

Wie tief dürfen LiFePO4- und AGM-Batterien entladen werden?

LiFePO4 bis 90 % Entladetiefe, AGM und Gel bis 50 %, Nassblei bis 30 %. Aus einer 100-Ah-Batterie werden damit 90 Ah (LiFePO4) beziehungsweise 50 Ah (AGM) nutzbare Kapazität. Der Planer hinterlegt diese Entladetiefen je Chemie und rechnet zusätzlich den Peukert-Effekt: Bei hohen Strömen sinkt die entnehmbare Kapazität weiter, weshalb die nutzbare Kapazität nicht allein aus der Nennkapazität folgt.

Wo muss die Sicherung in der 12-V-Anlage sitzen?

Unmittelbar am Pluspol der Batterie, vor der ersten ungeschützten Leitungsstrecke. Der Planer prüft 0,2 m ab der Quelle (ISO 10133:2000 §8.1); DIN VDE 0100-721 verlangt den Überstromschutz nahe der Batterie, ohne eine Länge zu nennen. Die Sicherung schützt die Leitung, nicht das Gerät: Ihre Größe folgt der Belastbarkeit des Querschnitts — im Modell 70 % der Tabellenwerte nach DIN VDE 0298-4, Verlegeart B2 — und nicht dem Verbraucher.